Wie Sport bei der Stressbewältigung helfen kann

Wer kennt es nicht, das Gefühl der tiefen Ermattung nach einem stressigen Arbeitstag. Ab auf die Couch, Chipstüte schnappen und Netflix anwerfen! Das ist sicher eine Methode, um kurzfristig Stress abzubauen, aber eine mit Nebenwirkungen, wie jeder weiß, der das über einen längeren Zeitraum gemacht hat: die Fitnesskurve sinkt, das Körpergewicht nimmt zu. Im ersten Moment mag es widersprüchlich klingen, aber es ist wirksamer, nach einem langen Arbeitstag noch einmal die Sportschuhe zu schnüren und in den Fitnessdress zu schlüpfen. Was am Anfang reichlich Überwindung kostet, zahlt sich auf Dauer nämlich aus.

Hat man den anfänglichen Muskelkater der ersten Trainingseinheiten erst einmal hinter sich gelassen und hat sich der Körper an ein gewisses Grundprogramm gewöhnt, verfliegt der Stress des Alltags schon nach wenigen Minuten des Trainings. Bereits die vorbereitenden Rituale können dafür sorgen, dass man mental herunterfährt und die ersten Glückshormone ausgeschüttet werden. Ein Trainingsprogramm, das den gesamten Bewegungsapparat des menschlichen Körpers einbezieht, sorgt für eine Entspannung der Muskeln, insbesondere im Schulter- und Rückenbereich, also den Orten, wo die meisten Menschen mit einer Bürotätigkeit Probleme haben. Wir sind evolutionsbiologisch auf längere Bewegungsphasen programmiert. Wenn wir sie in unseren Alltag einbauen, tun wir uns etwas Gutes, denn wir kommen diesem inneren Programm nach.

Doch zurück zum Stress: viel Bewegung, viel Sport führt zu einer Art mentalen Loslassens. Wir konzentrieren uns auf unseren Körper, auf unsere Atmung, horchen in ihn hinein oder geraten während des Laufens in einen tranceartigen Zustand. Was passiert? Es werden nicht nur jede Menge Glückshormone (sogenannte Endorphine) ausgeschüttet und die Durchblutung der Muskulatur angeregt, nein, unser Kopf wird frei! Frei von schädlichen Gedanken. Denn diese sind es in erster Linie, die uns auch lange nach der Arbeit noch negativen Stress bescheren und uns nicht loslassen. Sie sind es, die uns immer noch verkrampft sein lassen – und zwar auch körperlich –, wenn wir schon längst aus der eigentlichen Stresssituation heraus sind. Erschöpfungsgefühle bis hin zu chronischen Schmerzen können die Folge sein.

Wenn man negativen Stress nicht vermeiden kann, sollte man positiven nutzen, um ihm entgegenzuwirken. Dafür eignet sich Sport besonders gut, da man – egal in welcher Sportart – klein anfangen und sich mit der Zeit größere Ziele stecken kann. Gerade beim Ausdauersport sind Belastungsspitzen angesagt! Natürlich nicht zu viele, sonst wird der positive in negativen Stress umgewandelt. Das sollte man unbedingt vermeiden. Regelmäßiger Sport führt zur Absenkung des Blutdrucks, indem weniger Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin ausgeschüttet werden. So verbessert man seinen Schlaf, was wiederum beim Aufladen der eigenen Akkus hilft. Man geht frischer an neue Projekte heran und ist womöglich auch nicht so schnell gestresst.

Sportarten, die einen zum leichten Schwitzen bringen, ohne dass man sofort an seine Belastungsgrenzen gehen muss, sind am besten für den Stressabbau geeignet: Laufen, Nordic Walking, Fahrradfahren, aber auch Yoga oder Qigong. Findet das Training an der frischen Luft statt, wirkt sich das noch positiver auf den Stressabbau aus. Sport treiben lohnt sich in jeder Beziehung, er macht nicht nur körperlich fitter, sondern sorgt durch Stressabbau ebenso für mentales Wohlbefinden. Und ein gesunder Geist sowie ein gesunder Körper sind bekanntermaßen der beste Schutzschild gegen Stress! Kurbeln Sie also diesen positiven Kreislauf an und starten Sie mit Ihrem Training.